Dalmatinerstein - Aplit

20.01.2010 22:35 | News, Stein-Informationen

Dalmatinerstein

Dieses schwarz-weiß gesprenkelte Gestein, das nach der Hunderasse der Dalmatiner benannt wurde, ist lange Zeit für Porphyrit (ein vulkanisches Gestein) gehalten worden. Das für Porphyrite untypische, deutlich körnige Erscheinungsbild ließ jedoch Zweifel an der Richtigkeit dieser Zuordnung aufkommen.

Dalmatinerstein - Aplit  Mineralogische Untersuchungen des Instituts für Edelsteinprüfung (EPI) ergaben, dass es sich bei diesem Stein um ein Ganggestein handelt, das in der Mineralogie als "Aplit" bezeichnet wird. Aplite sind weiße bis hellgraue, feinkörnige, manchmal zonierte Ganggesteine, die vorwiegend aus Kalifeldspat und Quarz bestehen. Sie bilden sich bei der schnellen Abkühlung einer Restschmelze in den aufreißenden Klüften eines erkaltenden magmatischen Körpers.

Eine besondere Herausforderung stellte die Identifizierung der schwarzen Flecken dar, die sich unter dem Mikroskop als winzig kleine, radialstrahlig angeordnete Kristallaggregate zeigten. Erst mit Hilfe der Ramanlaseranalyse ließen sich die Kriställchen als Amphibolmineralien identifizieren. Insgesamt besteht dieses Gestein hauptsächlich aus Quarz (grau), Kalifeldspat (braun) und Amphibol (schwarz).

Diese Erkenntnisse legen nahe, die weithin gebräuchliche Bezeichnung "Dalmatiner-Jaspis" zukünftig nicht mehr zu verwenden, da dieses Gestein definitiv kein Jaspis enthält. Die korrekte Bezeichnung lautet:

Dalmatinerstein (Aplit).

Autor: Bernhard Bruder, © EPI - Institut für Edelsteinprüfung (www.epigem.de - Es öffnet sich ein neues Fenster)

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