Eldarit - (Nebulastone und Kabamba)

01.10.2010 00:00 | News, Stein-Informationen

Eldarit wird hier in Deutschland in 2 Varianten angeboten: Die erste Variante (A) kommt aus Mexiko und besteht aus einem (fast) schwarzen Gestein mit grünen Punkten und Kreisen. Manche Menschen fühlen sich an Galaxien oder Sternnebel im Weltall erinnert, weshalb dieses Gestein auch unter dem Begriff ”Nebula Stone“ vermarktet wird.

Eldarit-EPIDünnschliff- und Mikrosondenanalysen zeigten, dass dieses Gestein aus einer dunklen Matrix aus Quarz und Alkalifeldspat (Anorthoklas) besteht. Darin eingebettet finden sich radialstrahlig angeordnete, hellgrüne Amphibol-Aggregate (Riebeckit bis Arfvedsonit) die von feinkörnigen Pyroxenen (Aegirin) ummantelt sind. Die Entstehung ist noch nicht völlig geklärt. Wahrscheinlich handelt es sich um ein vulkanisches Gestein, aus dem durch eine schwache Metamorphose ein Meta-Vulkanit entstanden ist. Eldarit in der beschriebenen Ausbildung wird den USA häufig, in Deutschland nur sehr selten gehandelt.

In Deutschland bekommt man unter diesem Namen fast immer ein Gestein angeboten, dessen Farbverteilung genau umgekehrt ist wie beim mexikanischen Eldarit. Dieses Gestein (B) kommt aus Madagaskar und wird auch als Kabamba (oder Kambaba) -"Jaspis" bezeichnet und des Öfteren als Stromatolithen-Jaspis charakterisiert.

Dünnschliff- und Röntgendiffraktionsanalysen bewiesen jedoch, dass es sich keinesfalls um eine Art von Jaspis, sondern um ein vulkanisches Gestein handelt. In einer grünen Grundmasse aus Pyroxen (Aegirin), Alkalifeldspäten (Anorthoklas) und Quarz sind kreisförmige bis schlierige schwarze Aggregate aus winzigsten Amphibol- Nädelchen (Riebeckit) eingebettet.

Im Mineralbestand unterscheiden sich die beiden Gesteine demnach kaum von einander, wohl aber in der Menge der einzelnen Mineralien, ihrer Verteilung und eventuell auch der Art des Ausgangsgesteins. Das Ausgangsgestein des mexikanischen Eldarits war möglicherweise ein Syenit oder Basalt (intermediär bis basisch), das des Kabamba eher ein Syenit oder Rhyolith (intermediär bis sauer). In ihrer heutigen Form sind beide Gesteine jedoch so ähnlich, dass die Handelsnamen Eldarit und Kabamba als gleichwertige Synonyme akzeptiert werden können. Solange die mineralogischen Gesteinsnamen noch nicht sicher geklärt sind schlagen wir vor, diese Gesteine als Eldarit (Kabamba) beziehungsweise Eldarit (Nebulastone) zu bezeichnen.

Da in keiner der untersuchten Proben Jaspis nachgewiesen werden konnte, sollte der Ausdruck "Kabamba-Jaspis" jedoch unbedingt vermieden werden.

Autor: Bernhard Bruder, © EPI - Institut für Edelsteinprüfung (www.epigem.de - Es öffnet sich ein neues Fenster)

Abb. : Eldarit in den Varietäten "Nebulastone"(A) und "Kabamba" (B); Photo: Karola Sieber (www.makrogalerie.de - Es öffnet sich ein neues Fenster)

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