Schlangenhaut-Achat - Feuerachat

19.12.2010 11:07 | Stein-Informationen

Die Bezeichnung "Schlangenhaut-Achat" wird für farblosen, leicht gelblichen und bräunlichen Achat benutzt, der eine auffällige netzartige Zeichnung trägt. Seit einiger Zeit kommen auch kräftig orangerote und rotbraune Steine auf den Markt, die ihre Farbe einem Färbeprozess verdanken. Ihre weiße Zeichnung, die an ein Spinnennetz oder eine Schlangenhaut erinnert, verdanken sie einem intensiven Brennprozess.
Die bei diesem Stein relativ häufig anzutreffende Bezeichnung "Feuerachat" ist falsch und irreführend.

Echter Feuerachat ist ein brauner, oft nierenförmig gewachsener Chalcedon, der durch farbenfroh irisierende Bereiche auffällt, in denen sich das Licht an dünnen Eisenoxid-Häutchen bricht. Die frühere Vorstellung, dass es sich um einen Achat mit dünnen Opalschichten handelt, ist längst widerlegt. Seine Vorkommen liegen in Mexiko und den USA, wo er auf natürliche Weise in Hohlräumen vulkanischer Gesteine in Form von Stalaktiten oder knolligen Gebilden auftritt.

Im Gegensatz dazu ist der Schlangenhaut-Achat ein Produkt menschlicher Färbe- und Brennkunst. Die weiße, netzartige Zeichnung entsteht durch Überbrennen des rot gefärbten Achatmaterials bei Temperaturen von ca. 770° C. Das führt zu einer Rissbi ldung und der Abspaltung von winzigen Wassertröpfchen, die durch Streuung des Lichtes die weißen Linien des Schlangenhaut Achats erzeugen. Diese Behandlungsmethode muss ausdrücklich deklariert werden. Die korrekte Bezeichnung für dieses Material lautet: Schlangenhaut-Achat (gefärbt).

Gefärbter Achat mit weißem netzartigem
Muster durch Überbrennen.

Photo: Karola Sieber www.makrogalerie.de (es öffnet sich ein neues Fenster)


Autor: Bernhard Bruder, © EPI - Institut für Edelsteinprüfung: www.epigem.de (es öffnet sich ein neues Fenster)

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