Thulit und Piemontit aus Norwegen
10.12.2010 11:46 | Stein-Informationen
Das bekannteste Vorkommen für die rosarote Zoisitvarietät Thulit liegt in Norwegen in der Gegend um Lom. Aus der gleichen Gegend kommt in jüngerer Zeit auch ein Piemontit-Quarz, der dem Thulit sehr ähnlich sieht. Hier gilt es also aufzupassen, denn die Verwechslungsgefahr ist groß.
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| Piemontit-Quarz hat oft ein glitzerndes Erscheinungsbild, weshalb er auch "Aventurin-Quarz" genannt wird. |
Thulit und Piemontit sind Calcium-Aluminium-Silikate mit der chemischen Formel Ca2Al3(SiO4)3(OH) (+ Mn, Fe). Sie kristallisieren jedoch in verschiedenen Kristallsystemen: zum einen als rhombischer Zoisit zum anderen als monokliner Klinozoisit. Beide Modifikationen können durch teilweisen Ersatz von Aluminium durch Mangan, schwach rötliche bis kräftig rosarote Farbvarietäten bilden, die dann Thulit (Mangan-Zoisit) bzw. Piemontit (Mangan-Klinozoisit) heißen.
Röntgenspektrometrische Untersuchungen des Instituts für Edelsteinprüfung (EPI) haben ergeben, dass es sich bei dem in Deutschland angebotenen Thulit aus Norwegen selten um reinen Thulit handelt, sondern fast immer um ein Gestein mit unterschiedlichen Anteilen an Thulit, Piemontit, Quarz, Muskovit, Tremolit und Calcit. In einigen Proben, ging der Thulitgehalt gegen Null und es war fast nur noch Piemontit nachweisbar. In den Piemontit dominierten Proben war der Quarzgehalt oft so hoch, dass die Bezeichnung Piemontit-Quarz durchaus gerechtfertigt ist. Auffällig ist, dass mit zunehmendem Piemontitgehalt auch der Muskovitgehalt ansteigt, wodurch einen deutlichen "Glitzereffekt" auftritt. Diesem Effekt ist es zuzuschreiben, dass Piemontit-Quarz hin und wieder auch als neue Variante von "rotem Aventurin-Quarz" angeboten wird.
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Photos: Karola Sieber www.makrogalerie.de (es öffnet sich ein neues Fenster)
Autor: Bernhard Bruder, © EPI - Institut für Edelsteinprüfung: www.epigem.de (es öffnet sich ein neues Fenster)







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Marv, 05.09.2011 20:56