”Zitronenchrysopras“ (Zitronenmagnesit)
17.11.2009 01:09 | News, Stein-Informationen
Einst war "Zitronenchrysopras" ein attraktives Material aus dem Bereich der östlichen Goldfelder der Central Division Mine in Westaustralien, mit dunkelgrünen Adern von echtem Chrysopras (Nickel-Chalcedon) in einem hellgrünen, zum Teil verkieselten Magnesit.
Das Gestein trat als Knollen und Adern in einem stark verwitterten Serpentinit auf. Deshalb zeigten die Rohstücke oft einen äußeren Rand aus stark korrodiertem und zu Laterit verwitterten, bräunlichen Serpentin. Daran anschließend fanden sich schmale grüne, z.T. durchscheinende Bereiche, aus Chrysopras bzw. grünem Opal. Der Hauptteil bestand jedoch aus einem grünlich-gelben, undurchsichtigen Magnesit, der von durchscheinenden, dunkelgrünen Adern durchzogen war, welche aus Chrysopras bestanden. Entgegen einer weit verbreiteten Meinung hat das Material jedoch nichts mit Gaspeit (Ni,Mg,Fe)CO3 zu tun, da ihm der notwendige Eisenanteil fehlt.
Seit im Jahre 1996 die ersten größeren Mengen in Tucson angeboten wurden, ist die Nachfrage kontinuierlich gestiegen. Seit dem Jahr 2004 beobachten wir eine divergente Entwicklung. Zunächst wurde gelbgrüner, nickelhaltiger Magnesit ohne Chrysoprasanteil vermarktet, nachfolgend dann ein beiger, fast weißer, verkieselter Magnesit ohne Nickel. Das Material stammt möglicherweise aus den Randbereichen der Abbaugebiete oder von verschiedenen Fundpunkten, die als Lake Rebecca, dem Bulong Komplex am Lake Yindarlgooda, bei Kambalda und Wingellina, sowie vereinzelte Fundpunkte nahe der Yundamindera Station angegeben werden.
Da dieses Material nicht (mehr) das charakteristische Aussehen und die chemische Zusammensetzung von "Zitronenchrysopras" erfüllt, ist die hellgrüne Variante als Nickel-Magnesit (oder: "Zitronenmagnesit"), die weiß-beige Variante als "verkieselter Magnesit" zu bezeichnen.
Autor: Bernhard Bruder, © EPI - Institut für Edelsteinprüfung (www.epigem.de - Es öffnet sich ein neues Fenster)






